Fußball-EM: Was gilt arbeitsrechtlich?

Am 14. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Rund um die EM stellen sich auch einige arbeitsrechtliche Fragen – wie zum Beispiel, ob fußballbegeisterte Mitarbeiter die EM-Spiele am Arbeitsplatz verfolgen dürfen.

Arbeitsrechtlich gilt: Einen Anspruch darauf, Fußballspiele am Arbeitsplatz anzuschauen, gibt es nicht – auch nicht während Großereignissen wie Welt- oder Europameisterschaften. Ob die Arbeitnehmer die Spiele während der Arbeitszeit per Radio verfolgen dürfen, hängt von der konkreten Tätigkeit ab. Entscheidend ist, dass eine ordnungsgemäße Arbeitsleistung gewährleistet ist. Zudem muss darauf geachtet werden, dass sich Kollegen oder Kunden nicht gestört fühlen. Wenn im Betrieb die private Nutzung des Internets erlaubt ist, kommt ein Verfolgen der Spiele per Live-Ticker in Betracht. Jedoch darf die Arbeitsleistung nicht darunter leiden.

Wer ohne Erlaubnis des Arbeitgebers Fußballspiele während der Arbeitszeit verfolgt, verstößt gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Dies berechtigt den Arbeitgeber dazu, eine Abmahnung auszusprechen. Das Gleiche gilt übrigens, wenn ein Mitarbeiter zu spät zur Arbeit erscheint, weil er aufgrund des abendlichen Fußballschauens oder langen Feierns übernächtigt ist.

Grundsätzlich liegt es im Ermessen des Arbeitgebers, ob er ein Verfolgen der Spiele am Arbeitsplatz erlaubt. Es steht ihm zum Beispiel frei, im Betrieb eine Leinwand aufzustellen, damit die Beschäftigten die Spiele sehen können – solange gewährleistet ist, dass dadurch der ordnungsgemäße Betriebsablauf nicht beeinträchtigt wird. Auch eine temporäre Anpassung der Arbeitszeit kommt infrage.

Idealerweise sollte versucht werden, einvernehmliche Lösungen zu finden. Im Schichtdienst könnte beispielsweise ein fußballbegeisterter Mitarbeiter seine Schicht mit einem weniger fußballinteressierten Kollegen tauschen, um so ein bestimmtes Spiel anschauen zu können. Außerdem besteht natürlich die Möglichkeit, Urlaub zu beantragen, wenn man ein Spiel sehen möchte, das in einer Zeit stattfindet, in der man eigentlich arbeiten muss. 

Zum Schluss noch ein Hinweis zur Kleiderfrage: In Zeiten von Europa- oder Weltmeisterschaften sind naturgemäß viele Fans im Nationaltrikot anzutreffen. Dürfen sie auch am Arbeitsplatz im Trikot erscheinen? Das kommt darauf an. Falls betriebliche Kleidervorschriften und die Gepflogenheiten im Unternehmen nicht entgegenstehen, ist es nicht verboten, im Ländertrikot „aufzulaufen“.

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